Jetzt online Protest einlegen, damit Landschaft und Natur auf der Ville geschützt werden.

Der Bornheimer Stadtrat hat im Mai die Öffentlichkeitsbeteiligung zum geplanten “Teilflächennutzungsplan Windenergie” beschlossen. Bestandteil dieses Plans sind auch Flächen für Windräder zwischen Brenig, Hemmerich, Rösberg, Merten-Heide und dem Wald bei Metternich. Die interessierte Öffentlichkeit kann sich in diesem Sommer an der Diskussion um diese Flächen beteiligen. Wer den Bau von Industriewindanlagen auf dem Villerücken verhindern will, muss jetzt aktiv werden.

Betreiber von Windenergieanlagen können für diese Bauwerke prinzipiell an jeder geeigneten Stelle außerhalb von Ortschaften eine Baugenehmigung beantragen. Um diese Investorenpläne zu steuern und zu verhindern, dass Investoren im gesamten Stadtgebiet Windräder bauen können, muss der Stadtrat eine sogenannte „Konzentrationszone“ ausweisen. In dieser Zone können dann Windräder gebaut werden, der Rest des Stadtgebiets ist gesperrt.

2011 wurde bereits im Bereich der Hochspannungsleitungen bei Sechtem eine Konzentrationszone für Windenergie ausgewiesen. Dieser wurde im damaligen Verfahren u.a. intensiv auf Natur- und Artenschutzaspekte geprüft. Bei den aktuell vorgeschlagenen Flächen auf dem Ville-Rücken fehlt eine intensive Artenschutzprüfung. 

Neben 9 Potentialflächen auf dem Villerücken stehen 12 Potentialflächen in der Rheinebene zur Auswahl. Bei diesen handelt es sich fast ausnahmslos um landwirtschaftliche Flächen, die zwischen 1,2 und 81,9 Hektar groß sind. 2011 wurde bereits im Bereich der Hochspannungsleitungen bei Sechtem eine Konzentrationszone für Windenergie ausgewiesen. Dieser wurde im damaligen Verfahren intensiv auf Natur- und Artenschutzaspekte geprüft.  

Alle im Gutachten aufgeführten Potenzialflächen in Bornheim im Überblick, Quelle: Stadt Bornheim

Rad- und Wanderwege, weitläufige Wiesen und Felder sorgen für eine stadtnahe Erholungsmöglichkeit, die wir für künftige Generationen bewahren müssen.  Windenergie sollte in Bornheim dort erzeugt werden, wo das Landschaftsbild ohnehin schon durch die Windräder auf Wesselinger Gebiet und Hochspannungsleitungen beeinträchtigt wird. 

Die Ville bietet vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Gerade gefährdete Vogelarten wie der Uhu, Grauammer, Wespenbussard und Kiebitz wären durch Industriewindanlagen gefährdet. Wir teilen die Einschätzung des Landschaftsschutzvereins, dass die Benotung der einzelnen vorgeschlagenen Flächen ohne eine intensive Artenschutzprüfung und ohne eine Umweltprüfung und Umweltbericht unseriös ist.

Wer sich tiefer mit dem Arten- und Umweltschutz auf der Ville beschäftigen möchte, bekommt beim Landschaftsschutzverein vielfältige und fachlich fundierte Informationen:

http://www.lsv-vorgebirge.de/html/planung_windrader.html

In einer Stadt wie Bornheim, die in der dicht besiedelten Köln-Bonner Bucht liegt, halten wir das Errichten von bis zur 250 Meter hohen Windenergieanlagen für eine fragwürdige Art der Energieerzeugung. Im Vergleich zur Eifel oder zu Küstenregionen haben wir deutlich weniger Wind zu bieten, so dass die Anlagen unverhältnismäßig groß werden müssen, um sich für den Betreiber überhaupt zu lohnen. Dass Bornheim in einer Schwachwindzone liegt, zeigt auch der Energie-Atlas NRW.

Es gibt deutlich bessere Arten, um erneuerbare Energie in unserem Stadtgebiet zu erzeugen: Photovoltaik, Erdwärme oder Biogas sind um ein vielfaches besser geeignet und daher die bevorzugten Formen der Energieerzeugung für Bornheim.

Da Bornheim dennoch aus Gründen der Rechtssicherheit eine Windkraft-Konzentrationszone einrichten muss, wollen wir diese Zone dort ansiedeln, wo in direkter Nachbarschaft ohnehin schon Windräder stehen. Die bestehende Konzentrationszonen im Bereich der Hochspannungsleitungen zwischen DB-Strecke und L192 könnte ertüchtigt werden. 

Es wird immer wieder behauptet, dass die Stadt einen gewissen Prozentsatz ihrer Fläche für Windkraft zur Verfügung stellen müsse und daher sowohl im Rheintal als auch auf der Ville Zonen notwendig seien. Abgeleitet werden diese Prozentwerte von früheren Gerichtsentscheidungen in anderen Städten, die man nicht einfach auf Bornheim übertragen kann.

Fakt ist: Wir müssen eine Zone einrichten, in der unter wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen Windenergie erzeugt werden kann. Fakt ist aber auch: Für die Größe dieser Fläche oder einen gewissen Prozentsatz gibt es keine gesetzliche Grundlage. Sollte ein Investor mit der von der Stadt gewählten Zone nicht zufrieden sein, müsste er vor Gericht beweisen können, dass er in dieser Zone nicht wirtschaftlich arbeiten kann.

Als einzige Partei im Rat sprechen wir uns klar und deutlich für den Schutz des Villerückens aus. Die FDP hat sich in der Vergangenheit gegen Kiesgruben auf der Ville gewehrt, die FDP wehrt sich auch jetzt gegen die Zerstörung von intakten Natur- und Erholungsflächen im Vorgebirge.

Wir stehen zu unserer Meinung und können daher schon jetzt Flächen ausschließen, auf denen wir niemals für die Errichtung von Windanlagen mit den Dimensionen des Kölner Doms stimmen würden. Wir waren standhaft gegen die Interessen der Kies-Industrie. Wir sind standhaft gegen die Interessen der Wind-Industrie.